Pressemitteilung vom 26. Januar 2010
Schulstreik 2.0
In Verden wird es erneut wieder laut, denn SchülerInnen tragen nach
dem Bundesweiten Bildungsstreik am 17.06.2009 nun zum zweiten Mal hier im Landkreis ihren Unmut über die Lernsituation an den Schulen auf die Straßen.
Am Donnerstag, den 28. 01. 2010 wird in Verden erneut ein Bildungsstreik stattfinden. Gegen 10 Uhr bleiben SchülerInnen von Schulen aus dem gesamten Landkreis
dem Unterricht fern, um sich am Bahnhof in Verden zur Demonstration für mehr Mitbestimmung im Schulsystem zu versammeln. Der Demonstrationszug wird vom Bahnhof, vorbei an den beiden Verdener Gymnasien, zum Rathausvorplatz führen, wo gegen rund 12 Uhr eine Kundgebung geplant ist.
Sieben Monate ist es nun her, seit über Hunderttausend SchülerInnen im Rahmen des Bundesweiten Bildungsstreiks 2009 auf die Straße gingen um für Verbesserungen des Bildungssystems zu protestieren. Auch in Verden gab es damals eine Demonstration mit Kundgebung vorm Rathaus. Und was hat sich seitdem geändert? „Ungefähr genau gar nichts“, resümiert eine Sprecherin der Organisationsgruppe: „Es scheint System zu haben, dass man Schüler nicht beachtet, ihnen nicht die Mitgestaltungsmöglichkeiten im Schulwesen zugesteht, die sie nach demokratischen Maßstäben eigentlich haben müssten. Wer hört schon auf die Interessen der Schüler, wenn es um die Gestaltung der Schule geht?“ Die Organisationsgruppe der Bildungsproteste im Landkreis Verden, das „Schulstreik-Komitee“ ließ sich davon aber nicht entmutigen. „Jetzt erst recht“ hieß es da und es wurden Konsequenzen daraus gezogen,das die bisherigen Bildungsproteste den SchülerInnen nichts gebracht haben. „Wir haben uns dieses Mal anders ausgerichtet“, erklärt Sarah Rauchfuß, „Wir wollen das Reden über Bildung nicht anderen überlassen, sondern uns selber vertreten. Dazu organisieren wir zum Beispiel Workshops und Diskussionsrunden um die aktuelle Bildungssituation kritisch zu hinterfragen. Das Tagesseminar am vergangenem Samstag wurde immerhin von 40 SchülerInnen aus dem gesamten Landkreis besucht und war eine super Gelegenheit sich weiterzubilden und über Schule auszutauschen.“ Auch nach der Demonstration am Donnerstag richtet das Schulstreik-Komitee wieder Workshops aus um interessierten SchülerInnen zu ermöglichen, sich mit den Problemen des Schulsystems und möglichen
Auswegen tiefer auseinander zu setzen.
„Die Politik hat die Bundesweiten Schulstreiks weitgehend ignoriert und
uns damit gezeigt, was wir ihr bedeuten, von ihr erwarten wir nichts
mehr“, erklärt ein Sprecher der Gruppe. „Anscheinend muss Druck
aufgebaut werden, damit sich etwas verändert. Wir arbeiten jetzt daran,
zuerst einmal eine Ausgangslage dafür zu schaffen, dass die Belange der SchülerInnen im Schulsystem ernsthaft wahrgenommen werden. So fordern wir eben explizit mehr Selbst- und Mitbestimmungsmöglichkeiten in Schulen.“
Schule als „kostenloses Buffet“, lautet ein Slogan der Gruppe. Das
heißt, die Schule der Zukunft soll ein Ort der Möglichkeiten sein, der
Lernbegleitung und -unterstützung bietet und nicht Gleichmacherei und
Zwang. „Richtiges Lernen funktioniert schließlich nur, wenn ein
Eigeninteresse vorhanden ist, Schule als Ort der die Individualität der
Menschen immer außen vor lässt, gehört in den Mülleimer der Geschichte“, so Aaron Lahl, Mitorganisator des Schulstreiks.
Das Verdener Jugendzentrum „Dampfmühle“ dient während des gesamten Tages als Anlaufstelle, für warme Getränke und Essen ist gesorgt. Ab 13 Uhr werden dort verschiedene Workshops rund um das Thema Schule und eine Diskussionsrunde stattfinden, sodass ganztägig die Möglichkeit besteht, sich inhaltlich weiter zu bilden und auszutauschen. Ab 20 Uhr spielt dann die GaW-Schülerband „Plutonic Rock“ und die Bremer Ska-Band „Acabalo“.
Die OrganisatorInnen rechnen trotz der zu erwartenden Minustemperaturen mit einer regen Beteiligung an der Demonstration und den Veranstaltungen drumherum.
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